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Mittwoch, 21.11.2007, 22:13
Sie standen im Bezug auf Männer jahrelang für mich bereit.

Mit achtzehn wäre ich in Salzburg bei Bekannten beinahe vergewaltigt worden. Ich hatte tief geschlafen, als plötzlich jemand meine Hand in der seinen hielt und mir auf den Bauch griff.
"Mmm, lass mich schlafen", knurrte ich, doch wie auf einen Schlag war ich
hellwach. Ich stand auf und schrie. Der Typ hielt mir den Mund zu und warf
mich auf den Boden. Ich stand ein zweites Mal auf und schrie, und bevor
Herlinde, meine Bekannte, die glücklicherweise gleich zur Stelle war, den
Mann sehen konnte, flüchtete er über den Balkon.
Ich weinte etwa eine halbe Stunde unter Schock stehend, und Herlinde blieb
bei mir, bis ich wieder eingeschlafen war. Obwohl ich mich von ihr beschützt fühlte, konnte ich in der Wohnung ihrer Familie nicht mehr ruhig schlafen.
Schon einen Tag später erfuhren wir, dass mein Fast-Vergewaltiger mit einem von Herlindes beiden Söhnen befreundet war und sich am Tag vor der Tat mit mir unterhalten hatte.

Das war der einzige Fettnapf, in Bezug auf Männer, den ich mir nicht im
Geringsten selbst zuzuschreiben hatte. Die anderen Suppen, die meine
seele heute noch auslöffelt, habe ich mir allesamt selbst eingebrockt.

Von einem kleinen, ungeschickten Techtelmechtel im Suff abgesehen, von
dem ich nicht mehr weiß, wie er hieß, war mein erster Fehltritt Reinhold
aus Kärnten. Ich erinnere mich dunkel daran, dass unsere erste Begegnung zusammen mit einer Freundin auf der Straße stattfand. Reinhold hatte eine kleine 1-Zimmer-Wohnung und arbeitete angeblich in einer Bäckerei. Wir verbrachten die kurze Zeit, die wir zusammen waren, meistens bei mir zu Hause. Als wir eines Abends nebeneinander im Bett lagen, fragte Reinhold: "Willst Du meine kleine Frau werden?" In diesem Augenblick war ich überglücklich über diese frage, und sowieso war ich unsterblich in ihn verliebt. Um so größer war meine Enttäuschung, als ich bemerkte, dass mir eines Tages Geld fehlte. Erst schob ich den Gedanken daran, dass Reinhold so link sein konnte, weit von mir, und danach begann ich an meiner Menschenkenntnis zu zweifeln. Ich weiß nicht mehr, mit welchen Worten ich Reinhold damit konfrontierte, dass ich ihn ertappt hatte. Seine Reaktion bestand aus einem Lügenkonstrukt, und danach meldete er sich nicht mehr und ließ sich auch nicht noch einmal bei mir blicken. Das war für mich ein eindeutiges Schuldeingeständnis seinerseits.
Mein Vater besuchte ihn ein paar Tage später, um mein Geld zurück zu holen, und stellte fest, dass es nichts gab, was man einem nackten Mann hätte nehmen können.

Mein nächster Fehlgriff von der Straße – ich traf ihn an einer Busstation - hieß Paul, von dem ich so begeistert war, dass ich ihn nach einer Beisltour abschleppte. Wir waren nur sechs Wochen zusammen, denn er scheute sich davor, seinem Umfeld von seiner blinden Freundin zu erzählen, und kam immer nur dann zu mir, wenn im Fernsehen gerade nicht Fußball lief. Ich hoffte wochenlang, dass er endlich vor seinen Eltern und Freunden Farbe bekennen würde, musste jedoch – auch wenn es mich sehr schmerzte - einsehen, dass er sich dazu nicht durchringen konnte, und so machte ich mit ihm Schluss. Im Gespräch darüber sperrte er in der Wohnung seiner Eltern, die wir für uns hatten, weil sie auf Urlaub gefahren waren, die Tür zu und wollte mich nicht mehr raus lassen – eine erschreckende Situation, wenn man sich in der fremden Wohnung nicht auskennt. - Nur mit äusserster Verbalanstrengung konnte ich ihn schließlich dazu überreden, mir ein Taxi zu rufen und mich zum Wagen zu begleiten. An der offenen Autotür fragte er noch hämisch: "Na, Schatzi, gehen wir zu Dir oder zu mir?"
Ich schlug die Autotür zu und sagte tonlos zum Fahrer: "Fahren Sie!"

Paulchen verfolgte mich noch lange durch nächtlichen Klingelterror. Einmal hatten wir auch eine kurze, unangenehme Begegnung an einer Stadtbahnhaltestelle.
Eines Nachts, ich war gerade nach Hause gekommen, legte Paul neuerlich eine Klingelrunde für mich ein. Diesmal aber beschloss ich, ihn rein zu lassen und ihn nach Strich und Faden zu verarschen. Selten konnte ich ein Gefühl der Genugtuung so genießen wie in jener Nacht. Ich erzählte Paul ein paar Belanglosigkeiten aus meinem Leben, quetschte ihn aus, und immer wenn er mir zu nahe kam, drohte ich ihm den sofortigen Rausschmiss an. Als ich müde war, ließ ich ihn gehen. Seit dieser einem Filmszene gleichenden Begegnung hatte ich meine Ruhe von diesem Sportsfreund.

Kurze Zeit später hatte ich eine Annonce aufgegeben, um einen Nebenjob als Bürokraft zu finden. Auf diese Anonce meldete sich ein Mann, der mir ohne Umschweife anbot, mich im "ficken" wie er sagte, auszubilden.
Eine Portion Übermut gepaart mit dem Gedanken: „Mit einer Blinden will doch sowieso niemand..., also probiere ich es jetzt aus.“ Lud ich ihn zu mir ein. Ich war aber dann doch an jenem Abend erleichtert, dass er sich nicht noch mal gemeldet hatte.
Am nächsten Morgen rief er aber wieder an, entschuldigte sich für sein
Fernbleiben und versuchte zu erklären und zu beschwichtigen. Auf diese Weise überredete er mich für ein Meeting am kommenden Nachmittag.
Als er rein kam, bot ich ihm Kaffee an. Wir setzten uns in mein
Wohn-Schlafzimmer und unterhielten uns. Als unsere Kaffeetassen leer waren, ging's zur Sache. Dieser Satz drückt aus, was dann kam: ein einziges schmerzhaftes Rein-Raus-Geschiebe, mehr war das nicht.
Als es vorbei war, sagte er: "Ich komme gleich, ich gehe nur Zigaretten holen." und ward nie mehr gesehen.

So hatte ich mir mein erstes Mal nicht vorgestellt. Ich ging in die Badewanne und schämte mich. Alles tat mir weh, ich ekelte mich vor mir
selbst und fühlte mich benutzt. Aber ich lernte, dass man Minderwertigkeitsgefühle nicht ausstrahlen darf, sonst wird man auch minderwertig behandelt.

Mein nächster Fettnapf, er machte diesem Wort auch körperlich alle Ehre,
wollte mich, als wir einander drei Tage kannten, heiraten, hatte er doch angeblich niemanden außer mich.
Wir lernten einander an einem 23. Dezember in meinem Stammbeisl kennen, und ich schleppte Erich ab. Der erkannte seine Chance und bat mich, ihn zu
Weihnachten mit zu meinem Vater einzuladen, und ich sagte aus einer
spontanen Empfindung heraus zu.
Irgendwann in dieser Nacht schlief Erich in meinem Bett ein, während
ich badete. Plötzlich war ich stocknüchtern und schlagartig munter. Oh Gott! Was hatte ich mir da eingebrockt. Nein, zu diesem Typen wollte ich mich nicht ins Bett legen. Aber nun hatte ich dem einsamen Herzen versprochen, ihn zu dem Treffen mit meinem Vater und dessen Freundin am nächsten Morgen mitzunehmen. Es gab – so dachte ich in diesem Moment - kein Zurück.
Erich und ich hatten kaum gefrühstückt, da stand mein Vater
auch schon auf der Matte, um mich bzw. uns abzuholen.
Wir verbrachten erstaunlicherweise einen recht gemütlichen Tag bei
Melanie und den Kindern, und irgendwann verabschiedete sich mein Vater, um
zu seiner Frau nach Hause zu fahren.
Je später der Abend, umso ehrlicher die Gäste... Erich gewährte uns immer mehr Einblick in seine spießige Lebenseinstellung.
"Wenn ich mit einer Frau zusammen bin", begann er, "dann braucht sie keine Freundinnen mehr, dann hat sie genug mit mir zu tun..." Mich schauderte. Mir wurde klar, dass es Erich seit gestern nicht um mich gegangen war, sondern nur darum, eine hilflose, naive Frau zu finden, die er unterdrücken und gängeln konnte, wie er wollte. Ihn aber jetzt darauf
zu stoßen, dass das absolut nicht meine idealvorstellung von einer
Beziehung war, schien mir in diesem Augenblick unklug. Es war spät, ich saß in einem kleinen Kaff in der Wohnung der Freundin meines Vaters fest, und der letzte Zug – im wahrsten Sinne des Satzes - war längst abgefahren. Melanie – die Freundin meines Vaters – stimmte unserem Gast immer öfter
zu. Also schwieg ich.
Nachdem ich die Nacht zuvor vor lauter Ekel durchwacht hatte,
schlief ich irgendwann erschöpft neben dem Fettsack in Melanies engem
Gästebett ein. Mein Erschöpfungsschlaf hielt nicht lange vor, weil Erich, im Glauben, mein Schweigen sei Zustimmung gewesen, immer wieder mit mir kuscheln wollte und mich berührte. Nun signalisierte ich endlich, dass in dieser Nacht nichts laufen und dies die letzte mit ihm sein würde. Dann fuhren wir zusammen zurück nach Wien, und daNach hörte ich glücklicherweise nie wieder etwas von Erich.

Es gab auch Nächte, in denen "etwas passierte". Ich hatte zum Beispiel einen One-Night-Stand mit einem blinden Mann, der mit Gott verheiratet war. Oder besser, sich so fühlte. Er fragte sich nach dem Geschlechtsakt nämlich, ob Gott es auch wirklich so gewollt hatte und inszenierte ein theatralisches, schmalzig-religiöses Schauspiel. Ich erklärte ihm, dass er sich hätte früher überlegen sollen, ob Gott das so gewollt hätte, und dass diese Ansage doch wohl kein Kompliment für mich sei.
So ernst scheint es diesem Jungen Mann auch nicht gewesen zu sein, denn es gab noch einen zweiten Abend, an dem er blieb. Ich machte ihm von vorn herein klar, dass mir der erste Abend mit ihm schon gereicht hatte und dass ich für ihn und seine theatralischen Heiligkeitsanfälle nichts übrig hätte. Da holte er sich einfach – auf meinem hochbett sitzend - neben mir einen runter. Ob Gott denn DAMIT einverstanden war?

Der nächste Fettnapf, ein blinder Doktor, hatte sich für unsere
Aktion "Zeitschriften auf Kassette für Blinde" interessiert, und so lernte
ich ihn bei einer Vereinsversammlung kennen. Er lud mich zum Essen ein, und danach nahm ich ihn mit zu mir. Er fragte mich, ob ich verhüte. Mir war nicht ganz wohl, denn ich fühlte mich durch die Art der Fragestellung
bedrängt. Es war bereits durch die Fragestellung zu dem Zeitpunkt offensichtlich und für ihn eine klare Sache, dass ich ihn nur zu diesem Zweck mit nach Hause nehmen würde, und ich hatte den Eindruck, als sei es eine Selbstverständlichkeit für ihn, dass die Frau Verhütungsangelegenheiten zu organisieren hätte.
Ich bejahte trotzdem - ich wollte ja Erfahrungen sammeln -, und er hatte eine schöne Ausstrahlung, auf die ich mich gern einlassen wollte.
Später schien dem guten Mann das Thema Verhütung aber dann doch nicht so wichtig, als sich herausstellte, dass meine Verhütungszäpfchen leer waren. Vielleicht, weil er schon wusste, dass ich keine bleibende Figur in seinem Leben sein würde...
Während er mich nun „bearbeitete“, sagte er so ganz nebenbei:
"Eigentlich hätten wir ein Vorspiel machen sollen, aber ich muss zu meiner
Frau nach Hause." Erst in diesem Moment erfuhr ich, dass er verheiratet war, sonst hätte ich mich gar nicht auf ihn eingelassen.

Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich nicht verhütet, und ich spürte
intuitiv sofort, dass ich schwanger war.
Natürlich war mir klar, dass ich unter den damaligen Lebensumständen kein Kind haben wollte - und schon gar nicht von diesem Mann.
Mir ging's zum Kotzen - das war eindeutig der falsche Film. - Hätte mir
Meine Freundin, die selbst ungewollte Schwangerschaften hinter sich
hatte, nicht so zur Seite gestanden, mich umsorgt und mir darüber hinweg
geholfen, hätte ich die Zeit vor und nach der Abtreibung nicht so gut
verkraftet.

Zwei Monate später trat ich aber schon in den nächsten Fettnapf.
In Don Ricardo, den Frisör, war ich verliebt bis über beide Ohren, doch er
hatte nicht nur eine Frau, sondern auch eine Freundin, und so wollte ich mit ihm eine Kumpel-Freundschaft.
Wir waren eines Tages – kurz nach unserem Kennenlernen - zum Essen verabredet und trafen uns in seinem Friseursalon. Als Riccardo seine Lehrlinge und Gesellen nach Hause geschickt hatte, war mir klar, wie unser gemeinsames Abendmahl seiner Meinung nach auszusehen hatte. Ich gab dem Mann, der gewohnt war, mit einem Fingerschnippsen alle Frauen zu erobern, zu verstehen, dass ich keinen Geschlechtsverkehr wolle, auch weil ich keinen Bock auf eine zweite Abtreibung hatte. Dann hatten wir Patting, ich hatte erst den Eindruck, er hätte meinen Wunsch, es dabei zu belassen, respektiert, bis ich spürte, wie er in mich eindrang. Als ich das nicht einfach geschehen lassen wollte, schob ich den Frisörstuhl, in dem ich saß, nach hinten, und Don Ricardo musste alleine fertig machen.
Dann packte ihn die Wut. Er gab mir hundert Schilling für ein Taxi, bezeichnete mich als Hure und fügte hinzu, er hätte die Abtreibung doch bezahlt.
Ich rief ihn drei Wochen später an, um mit ihm ein letztes Mal zu
reden und die Sache für mich abschließen zu können. Das funktionierte nicht - das Telefongespräch machte mich noch wütender -, und
ich fühlte mich noch mehr benutzt als zuvor. So ging ich in meiner Hilflosigkeit noch einmal in seinen Laden, liess mir die Haare schneiden, und bezahlte nicht. Ihn hat das sicher nicht beeindruckt, aber mir fiel keine bessere Form der Rache für ihn ein.

Dann kam Makis, in den ich mich auf der schönen griechischen Insel Samothraki verliebte. Er schlief aber nicht nur mit mir. Er vögelte eine Frau nach der anderen durch. Als von seinem Rudel nur noch ich auf der Insel übrig blieb, wollte er wieder auf mich zurück greifen. Aber das ließ ich nicht zu, und ich war tief enttäuscht von dem Griechen mit der sanften Stimme und der schönen Ausstrahlung.

Es gab natürlich auch ein paar wenige nette, angenehme männliche Sexualpartner in meinem Leben, mit denen ich heute noch befreundet bin.

All das ist jetzt fünfzehn Jahre oder länger her. Trotzdem ist es bis heute so: Nach diesen vielen widerlichen Erlebnissen ekelt mir mittlerweile vor Spermageruch, und ich mag kein Glied mehr anfassen. Es ist eine Sperre in mir. Nach meiner durchaus gesunden Jugendbeziehung – meiner ersten Liebe zwischen 16 und 21, mit der es nie zum Geschlechtsakt kam - zog ich entweder einen Looser nach dem anderen an und fühlte mich benutzt, oder ich verliebte mich in Männer, die von vornherein unerreichbar für mich waren – entweder vergeben oder einfach nicht verliebt in mich. –

All das sind Erfahrungen, wie sie wahrscheinlich viele junge Frauen machen, die sich ausprobieren und nicht an das Böse in der Welt glauben, weil sie es zuvor kaum noch kennengelernt haben. Ich finde es gerade deshalb wichtig, derlei Erlebnisse zu veröffentlichen, vielleicht um anderen zu vermitteln, rechtzeitig „Nein!“ zu sagen und seine eigenen Grenzen rechtzeitig einschätzen und signalisieren zu lernen.

Ich habe inzwischen einige Jahre Psychotherapie hinter mir und wirklich dicht an dem Thema gearbeitet. Ob es geholfen hat, weiß ich erst, wenn Liebe und Sex bei mir wieder schöne Empfindungen erzeugen und ich - ohne mich vor Angst zu distanzieren - jemanden an mich heran lassen kann.

Ich hatte ein paar Mal schönen Sex mit Frauen, aber auch daraus ist keine Partnerschaft gewachsen. Auch bei den Mädels hab ich immer die erwischt, die entweder vergeben waren, oder ich habe mich in hethero-Frauen verliebt. Eine zeitlang dachte ich, ich wär lesbisch, bis ich mich dann doch wieder in einen vergebenen Mann verliebt habe.
Vielleicht bin ich bi, vielleicht bin ich inzwischen asexuell und alles funktioniert nur noch im Kopf... Ich weiß es nicht.